Bei 33 geriatrischen Patienten wurde die Prävalenz von Polyneuropathie und Demenz untersucht. Neben dem Routinelabor wurden auch zahlreiche andere Parameter bestimmt, wie z.B. Schilddrüsenhormone, Folsäure, Vitamin B12, Homocystein, Hb1c. Außerdem führten die Wissenschaftler eine Computertomographie bei jedem Patienten durch und erfassten den Mentalstatus mittels eines Fragebogens. Bei 96 Prozent der Patienten wurde klinisch und elektrodiagnostisch eine Polyneuropathie festgestellt. Es zeigte sich eine Korrelation zwischen dem Homocysteinspiegel und PNP-typischen elektrophysiologischen Veränderungen. Auch der Immunmarker Neopterin korrelierte mit dem Grad der Denervierung. 64 Prozent der Patienten waren dement, bei 27 Prozent wurde eine milde kognitive Beeinträchtigung festgestellt. Erwartungsgemäß fand sich eine signifikante Korrelation zwischen der Homocystein- und der Folsäurekonzentration. Bei 48 Prozent der Patienten waren Stürze in der Vergangenheit aufgetreten, was nahe legt, dass die Polyneuropathie ein Risikofaktor in dieser Gruppe von Patienten war. Es zeigte sich, dass eine Polyneuropathie bei geriatrischen Patienten sehr häufig vorkommt, mit einer hohen Koinzidenz mit Demenzerkrankungen. Die Polyneuropathie korrelierte signifikant mit Markern für Gefäßerkrankungen und für eine Immunaktivierung, ähnlich wie es auch für neurodegenerative Erkrankungen nachgewiesen wurde. Daraus ergibt sich, dass Demenzerkrankungen und Neuropathien bei geriatrischen Patienten auf ähnliche Weise behandelt werden müssen.

Referenz:
Leblhuber F et al.: Polyneuropathy and dementia in old age: common inflamatory and vascular parameters; J Neutral Transm. 2011 Feb. 1

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