Eine sinnvolle alternative Behandlungsform bei Polyneuropathie ist die Mikronährstofftherapie. Sie greift auf sanfte Weise in den Stoffwechsel ein und kann die Funktionen des Nervensystems ohne Nebenwirkungen unterstützen und so die Beschwerden der Erkrankung mildern. Es gibt hier verschiedene Ansatzpunkte: Mikronährstoffe spielen eine große Rolle für die Weiterleitung der Nervenimpulse.

Aus Aminosäuren wie z.B. Tryptophan, Glutamin, Tyrosin oder Serin werden mit Hilfe anderer Cofaktoren wie B-Vitaminen die so genannten Nervenbotenstoffe gebildet. Die Qualität der Ummantelung der Nervenzellen, die so genannte Myelinscheide, die hauptsächlich aus Cholin und verschiedenen Fetten besteht, ist ein wesentlicher Faktor für eine reibungslose Reizweiterleitung. Sie isoliert die Nervenfaser und schützt vor falscher Übermittlung. Zum Aufbau und zum Schutz des Myelins wird u.a. Vitamin B12 benötigt. Ein Mangel der Vitamine B12 und Folsäure wurde bereits mit verschiedenen Varianten einer Neuropathie in Verbindung gebracht.

Weitere Mikronährstoffe in der Funktion als antioxidative Schutzfaktoren werden ebenfalls diskutiert: Vitamin E und C, Coenzym Q10 und Cystein. Cystein ist ein starkes Antioxidans und ein Vorläufermolekül des Tripeptids Glutathion, eines der stärksten Antioxidantien in der Zelle. Cystein vermag diabetischen Neuropathien oder durch Chemotherapie entstehenden Neuropathien vorzubeugen.

Nervenzellen haben einen sehr hohen Energieverbrauch, deshalb sollten alle für die Mitochondrien benötigten Mikronährstoffe wie z.B. Carnitin, Coenzym Q10 oder Magnesium ausreichend verfügbar sein.

Neuropathie-Patienten klagen oftmals über große Schmerzen in den Beinen oder Armen. Die Vitamine B1, B6 und B12 sowie die Aminosäure Tryptophan können hier hilfreich sein. Je nach Ursache der Polyneuropathie kommen noch weitere Mikronährstoffe in Frage. Bei der diabetischen Neuropathie, bei der von einer Versorgungslücke mit Mikronährstoffen aufgrund einer mangelnden Durchblutung ausgegangen wird, sollten nicht nur die für die Nervenzelle bedeutsamen Mikronährstoffe berücksichtigt werden, sondern auch jene, die die Blutzirkulation verbessern können, z.B. die Aminosäure Arginin. Bei der diabetischen Neuropathie ist auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 zu achten, da dieses die Glucosierung von Proteinen verhindern kann.

 

Mikronährstoff-Analyse

Bei einer optimal durchgeführten Mikronährstofftherapie werden dem Stoffwechsel genau die Mikronährstoffe in der Menge zugeführt, wie sie erforderlich sind. Die Basis hierfür ist immer eine Mikronährstoffanalyse des Blutes. Nur so kann die exakte Dosis der gesundheitsfördernden Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren ermittelt werden.

Die Grundlage für eine gezielte Mikronährstofftherapie eignet sich der DCMS-Neuro-Check, der noch mit weiteren Parametern ergänzt wird. Bild: Archiv

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